Lithium-Akkus im Hausmüll: Eine unterschätzte Gefahr

Merksatz: Batterien und lose Akkus in die Batteriesammlung. Elektrogeräte mit Akku zum Elektroschrott. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus zum Wertstoffhof.

Lithium-Akkus gehören heute zu unserem Alltag. Sie stecken in Smartphones, Werkzeugen, E-Bikes, Powerbanks, Spielzeug, Kopfhörern und zunehmend auch in Einweg-E-Zigaretten und Vapes. Was viele jedoch nicht wissen: Bereits ein einzelner falsch entsorgter Akku kann einen Brand auslösen – mit schwerwiegenden Folgen.

Entsorgungsunternehmen berichten seit Jahren von einer deutlichen Zunahme solcher Vorfälle. Studien und Branchenverbände gehen davon aus, dass Lithium-Akkus inzwischen eine der häufigsten Brandursachen in Sortier- und Recyclinganlagen sind. Nach Angaben der deutschen Entsorgungswirtschaft entstehen in Deutschland jährlich mehr als 10.000 Brände in Abfallbehandlungsanlagen. Bei rund 80 Prozent dieser Fälle werden Lithium-Ionen-Akkus als Ursache vermutet.

Das Problem entsteht meist dann, wenn Akkus im Hausmüll, in der Gelben Tonne oder im Sperrmüll landen. Beim Pressen des Mülls im Sammelfahrzeug oder in Sortieranlagen werden die Akkus beschädigt. Dadurch kann es zu einem sogenannten „Thermal Runaway“ kommen – einer unkontrollierten Kettenreaktion innerhalb der Batterie. Innerhalb weniger Sekunden entstehen dabei extreme Temperaturen, Funkenflug und offene Flammen.

Einweg-Vapes: Ein wachsendes Entsorgungsproblem

Einweg-E-Zigaretten und Vapes stellen nicht nur aufgrund ihrer eingebauten Lithium-Akkus ein Sicherheitsrisiko dar, sondern auch wegen der oft unklaren Entsorgungswege. Viele dieser Produkte werden in Kiosken, Tankstellen oder anderen Verkaufsstellen angeboten, eine Rücknahme der gebrauchten Geräte wird dort jedoch häufig nicht angeboten oder ist Verbrauchern nicht bekannt.

Aus Unsicherheit landen die Geräte deshalb oftmals im Hausmüll oder werden in Batteriesammelboxen im Handel eingeworfen. Doch auch dort gehören Einweg-Vapes in der Regel nicht hinein. Die üblichen Batteriesammelbehälter sind für lose Batterien und Akkus vorgesehen – nicht für komplette Elektrogeräte mit fest verbautem Akku, Elektronik und Restflüssigkeiten.

Das zeigt ein grundsätzliches Problem: Für viele Verbraucher gibt es bislang keinen wirklich einfachen und flächendeckend bekannten Entsorgungsweg für Einweg-Vapes. Umso wichtiger ist es, sich vor der Entsorgung zu informieren und die Geräte bei kommunalen Wertstoffhöfen oder den dafür vorgesehenen Sammelstellen für Elektroaltgeräte abzugeben. Nur dort können die enthaltenen Akkus und elektronischen Bauteile sicher behandelt und fachgerecht recycelt werden.

Die Folgen tragen vor allem die Beschäftigten der Entsorgungswirtschaft. Fahrer von Müllfahrzeugen, Müllwerker und Mitarbeiter in Sortieranlagen arbeiten täglich mit dem Risiko, dass sich ein Akku entzündet. Brennt ein Müllfahrzeug, muss die Ladung häufig auf offener Fläche abgeladen werden, damit sich das Feuer nicht auf das gesamte Fahrzeug ausbreitet. Auch Feuerwehren werden dadurch zunehmend belastet. Brände mit Lithium-Akkus sind deutlich schwieriger zu bekämpfen als herkömmliche Brände, können giftige Gase freisetzen und erfordern oft einen hohen Personal- und Materialeinsatz.

Aufgeblähte Akkus sind ein Sonderfall

Was viele nicht wissen: Aufgeblähte Akkus sind ein Sonderfall

Besondere Vorsicht ist bei aufgeblähten, beschädigten oder bereits verformten Akkus geboten. Wenn sich ein Akku sichtbar ausdehnt, ein Gerät aufdrückt oder ungewöhnlich warm wird, besteht ein erhöhtes Risiko eines spontanen Defekts oder Brandes.

Solche Akkus sollten nicht einfach in Batteriesammelboxen im Handel oder im Supermarkt eingeworfen werden. Dort werden sie gemeinsam mit vielen anderen Batterien gesammelt und können bei einem Defekt einen Brand in Verkaufsräumen oder Lagern auslösen.

Beschädigte oder aufgeblähte Lithium-Akkus sowie defekte Geräte mit eingebauten Akkus gehören stattdessen zu den kommunalen Wertstoffhöfen oder den dafür vorgesehenen Annahmestellen der örtlichen Entsorgungsbetriebe. Dort können sie unter geeigneten Sicherheitsvorkehrungen gelagert und fachgerecht entsorgt werden.

So entsorgen Sie Lithium-Akkus richtig

Normale Batterien und lose, unbeschädigte Akkus können kostenlos über die Batteriesammelboxen im Handel oder an kommunalen Sammelstellen abgegeben werden.
Elektrogeräte mit fest eingebauten Akkus, wie E-Zigaretten, Einweg-Vapes, Smartphones, elektrische Zahnbürsten, Kopfhörer oder andere elektronische Geräte, gehören in die Elektroaltgerätesammlung bzw. zum Wertstoffhof – nicht in Batteriesammelboxen und niemals in den Hausmüll.
Einweg-Vapes sind Elektrogeräte mit Lithium-Akku. Auch wenn sie häufig als Wegwerfprodukt vermarktet werden, dürfen sie weder über den Restmüll noch über herkömmliche Batteriesammelbehälter entsorgt werden.
Beschädigte, aufgeblähte oder verformte Lithium-Akkus stellen ein erhöhtes Brandrisiko dar. Sie sollten nicht in Batteriesammelboxen im Handel eingeworfen werden, da dort Brände in Verkaufs- oder Lagerräumen entstehen können. Diese Akkus gehören ausschließlich zum Wertstoffhof oder zu den dafür vorgesehenen Annahmestellen der kommunalen Entsorgungsbetriebe.
✔ Die Pole loser Lithium-Akkus sollten vor der Entsorgung mit Klebeband abgeklebt werden, um Kurzschlüsse zu verhindern.

Jeder korrekt entsorgte Akku schützt Menschenleben, verhindert Brände und hilft dabei, wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Wer Lithium-Akkus in den Hausmüll wirft, riskiert nicht nur Sachschäden in Millionenhöhe, sondern gefährdet auch die Menschen, die täglich für unsere Abfallentsorgung sorgen.

**Lithium-Akkus sind kein Restmüll – sie gehören in die fachgerechte Sammlung.**

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