
Ein gebrauchter Drucker kann auf den ersten Blick ein echtes Schnäppchen sein. Viele Käufer achten jedoch nur auf den Kaufpreis und übersehen mögliche Folgekosten. Gerade bei Druckern können versteckte Mängel schnell dazu führen, dass ein vermeintlich günstiges Gerät am Ende teurer wird als ein Neukauf.
Damit Sie keine bösen Überraschungen erleben, sollten Sie die Unterschiede zwischen den verschiedenen Druckertechnologien kennen.
Tintenstrahldrucker mit Einzeltanks und fest eingebautem Druckkopf
Zu dieser Gruppe gehören viele Geräte von Epson, Canon oder Brother, bei denen die Tintenpatronen separat gewechselt werden und der Druckkopf fest im Gerät eingebaut ist.
Hier liegt das größte Risiko in eingetrockneten Düsen. Wird ein solcher Drucker mehrere Wochen oder sogar Monate nicht genutzt, kann Tinte im Druckkopf eintrocknen. Die Folge sind fehlende Farben, Streifen im Druckbild oder komplette Druckausfälle.
Besonders problematisch ist, dass viele Verkäufer ihren Drucker erst dann verkaufen, wenn er längere Zeit ungenutzt herumgestanden hat. Von außen ist ein eingetrockneter Druckkopf nicht erkennbar.
Unser Tipp:
Kaufen Sie einen solchen Drucker niemals ohne Funktionstest.
Lassen Sie sich direkt vor Ort einen aktuellen Düsentest ausdrucken. Nur so können Sie erkennen, ob alle Düsen korrekt arbeiten.
Fehlen Linien oder Farben im Düsentest, sollten Sie vom Kauf Abstand nehmen. In vielen Fällen lassen sich solche Schäden nur mit erheblichem Aufwand oder gar nicht mehr beheben.

Tintenstrahldrucker mit Druckkopfpatronen
Bei vielen günstigen Druckern von HP oder Canon befindet sich der Druckkopf direkt auf den Patronen. Meist gibt es eine schwarze und eine Farbpatrone.
Der Vorteil: Ein eingetrockneter Druckkopf kann durch den Austausch der Patronen ersetzt werden.
Der Nachteil: Neue Originalpatronen sind oft sehr teuer.
Nicht selten kosten ein Satz neuer Patronen 40 bis 70 Euro oder sogar mehr. Viele günstige Drucker werden jedoch neu inklusive Patronen bereits für etwa 50 Euro angeboten.
Unser Tipp:
Kaufen Sie solche Geräte nur dann gebraucht, wenn funktionsfähige Patronen enthalten sind oder neue Patronen mitgeliefert werden.
Ein Drucker, der neu inklusive Patronen 50 Euro kostet, ist gebraucht und ohne Patronen praktisch wertlos. Die Kosten für neue Patronen liegen häufig auf dem Niveau eines kompletten Neugeräts.
Laserdrucker
Laserdrucker gelten allgemein als robust und langlebig. Dennoch können auch hier hohe Folgekosten entstehen.
Viele Käufer konzentrieren sich ausschließlich auf den Tonerstand und übersehen andere Verschleißteile, die deutlich teurer sein können.
Zu den wichtigsten Verschleißkomponenten gehören:
- Fixiereinheit (Fuser)
- Transferband
- Bildtrommeln
- Entwickler-Einheiten
- Tonerkartuschen
Diese Bauteile haben eine begrenzte Lebensdauer und können je nach Modell mehrere hundert Euro kosten.
Ein günstiger gebrauchter Laserdrucker kann deshalb schnell zum Fehlkauf werden, wenn kurz nach dem Kauf eine größere Wartung ansteht.
Unser Tipp:
Lassen Sie sich immer eine aktuelle Statusseite oder Konfigurationsseite ausdrucken.
Auf dieser Seite finden sich häufig Informationen über:
- Gesamte Druckleistung
- Restlebensdauer wichtiger Bauteile
- Tonerstände
- Fehlermeldungen
- Wartungshinweise
Verweigert ein Verkäufer diesen Test oder ist kein Ausdruck möglich, sollten Sie vorsichtig sein.
Fazit
Gebrauchte Drucker können eine sinnvolle Möglichkeit sein, Geld zu sparen. Allerdings unterscheiden sich die Risiken je nach Druckertyp erheblich.
Bei Tintenstrahldruckern sind eingetrocknete Druckköpfe und teure Patronen die häufigsten Probleme. Bei Laserdruckern können verschlissene Wartungsteile schnell hohe Kosten verursachen.
Die wichtigste Regel lautet daher: Kaufen Sie nur Geräte, die vor Ort einen einwandfreien Testdruck liefern können. Bei Tintenstrahldruckern sollte zusätzlich immer ein aktueller Düsentest ausgedruckt werden.
Wer diese einfachen Prüfungen beachtet, vermeidet die meisten Fehlkäufe und kann die tatsächliche Qualität eines gebrauchten Druckers deutlich besser beurteilen.
Warum sich der Kauf eines neuen Druckers oft lohnt
Wer einen gebrauchten Drucker kauft, möchte in erster Linie Geld sparen. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass vermeintliche Schnäppchen durch versteckte Mängel, verschlissene Bauteile oder den Kauf neuer Verbrauchsmaterialien schnell teurer werden als erwartet.
Deshalb lohnt es sich oft, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und direkt ein neues Gerät zu kaufen. Moderne Drucker bieten nicht nur eine Herstellergarantie, sondern sind auch technisch auf dem aktuellen Stand und arbeiten in der Regel zuverlässiger und wirtschaftlicher.
Besonders wichtig ist dabei, dass der Drucker zu den tatsächlichen Anforderungen und dem Nutzungsverhalten passt. Ein Gerät, das für einen Gelegenheitsnutzer ideal ist, kann für ein kleines Büro völlig ungeeignet sein. Ebenso gibt es große Unterschiede bei den laufenden Druckkosten, der Druckgeschwindigkeit und dem Wartungsaufwand.
Eine individuelle Beratung hilft dabei, Fehlkäufe zu vermeiden und langfristig Kosten zu sparen.
In unserem Fachgeschäft beraten wir unsere Kunden offen, ehrlich und bedarfsgerecht. Gemeinsam analysieren wir, wie häufig gedruckt wird, welche Funktionen benötigt werden und welche laufenden Kosten zu erwarten sind. Auf dieser Grundlage empfehlen wir passende Geräte, die zuverlässig arbeiten und langfristig zu den Anforderungen des jeweiligen Nutzers passen.